Presbyterwochenende
Die Chance des Freiraums - eine Zukunftswerkstatt
Juli 2010 Text und Photos: Uta Walger
Vom 25. - 26. Juni 2010 fuhren Presbyter/innen der Gemeinde Bickendorf zu einem Planungswochenende in die Jugendakademie nach Altenberg im Westerwald. Auf dem Programm stand, sich über neue Projekte und Ziele in den kommenden Jahren Gedanken zu machen.
In den vergangenen zwei Jahren wurden schon wichtige Veränderungen vom Presbyterium geplant und umgesetzt:
Nachdem in Ossendorf Pfarrer Ernst Fey in den Ruhestand gegangen war, wurden Pfarrhaus und Küsterhaus verkauft und stehen jetzt Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung.
Die neu gewählte Pfarrerin Sybille Noack-Mündemann übernahm als Schwerpunk die Konfirmandenarbeit der gesamten Gemeinde. Jugend- und Konfirmandenarbeit wurden stärker miteinander vernetzt und an der Epiphaniaskirche in Bickendorf angesiedelt.
Das ehemalige Küsterhaus neben der Epiphaniaskirche wurde umgebaut. Es entstanden dort Büros für das Pfarrteam, die Küster/inen und die Jugendleiterinnen sowie ein Raum für Seelsorge und ein Gruppenraum. Eine neue Telefonanlage wurde angeschafft und ein Server für die digitale Vernetzung der Mitarbeitenden eingerichtet.
Ein neues Gottesdienstkonzept der Gemeinde wurde eingeführt: geänderte Anfangs-zeiten, reduzierte Anzahl von Gottesdiensten und stärkere Schwerpunktbildung an den einzelnen Kirchen.
Nun stehen weitere Veränderungen an:
Mitte des kommenden Jahres wird Pfarrerin Angelika Wagner, die seit vielen Jahren Pfarrerin der Gemeinde ist, in den passiven Teil ihrer Altersteilzeit gehen und ihren Dienst an der Epiphaniaskirche beenden. Die Pfarrstelle wird nach ihrem Ausscheiden nicht wieder neu besetzt, das Pfarrteam nur noch aus drei Pfarrer/innen bestehen. Es wird eine volle Pfarrstelle geben und zwei mit jeweils 75 % Dienstumfang. Wie schon nach dem Ausscheiden von Pfarrer Ernst Fey wird also eine weitere halbe Stelle eingespart werden.
Wie wird in Zukunft die Arbeit
im Pfarrteam verteilt werden?
Welche Schwerpunkte werden gesetzt?
Welche Arbeitsbereiche
können nicht mehr mit dem gleichen Arbeitsaufwand versehen werden?
Was geschieht mit der Pfarrwohnung, die nach dem Ausscheiden von Pfarrerin Wagner nicht mehr benötigt
wird?
Solche Fragen kann ein Presbyterium nicht im Rahmen ihrer Sitzungen bearbeiten. Dazu braucht es Freiräume:
So wurde ein Presbyterwochenende geplant und dazu als Referent Jochen Gippert eingeladen, der mit der Methode einer Zukunftswerkstatt arbeitet.
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Diese Methode hat großen Charme, weil sie sehr kreativ und dynamisch ist. Die Teilnehmenden arbeiten in vielen kleinen Schritten, dennoch sehr zielorientiert.
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Die Zusammensetzung der Kleingruppen wechselt häufig, die Ergebnisse werden von der Gesamtgruppe immer wieder gesichtet, bewertet und als Ausgangspunkt für die nächsten Schritte genommen.
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Wichtiger Ausgangspunkt der Zukunftswerkstatt sind die Sorgen und Bedenken, die jeder und jede Einzelne mitbringt. Vor allem die Vorstellung, dass bald nur noch drei Pfarrer/innen für vier Kirchen da sein werden, verursachte Ängste bei den Presbyter/innen: dass "ihre" Kirche zu viel abgeben muss, dass gut laufende Angebote nicht mehr gefördert werden, dass Überlastung droht, dass das Geld nicht reicht und so fort.
Bei der Bearbeitung solcher Sorgen kann es durchaus lustig zugehen, was aber nicht heißt, dass leichtfertig damit umgegangen wird - ganz im Gegenteil. Doch bleibt die Gruppe nicht bei den Sorgen stehen, sondern entwickelt aus den Gegenbildern Visionen.
Diese Visionen gilt es dann in einem letzten Schritt alltagstauglich zu machen und auf den Boden der Realität zu holen. Das geschieht jedoch so, dass noch genug Vision darin spürbar bleibt und die Realität sich verändern kann.
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Dieses Bild, das zu Beginn in einer Arbeitsgruppe entstanden ist, zeigt sehr anschaulich, was für alle im Zentrum ihrer Bemühungen steht.
Als ein Ergebnis nimmt das Presbyterium Umbaupläne für die Epiphaniaskirche mit nach Hause. Hier wird eine Arbeitsgruppe sich daran machen, in den kommenden Jahren Pläne zu entwerfen und umzusetzen. Neben Bauplänen geht es auch um die inhaltliche Planung der gesamtgemeindlichen Arbeit, die die Vielfalt der verschiedenen Stadtteile und ihrer Kirchen aufnimmt und nutzt. Als weitere Ergebnisse werden die Öffentlichkeitsarbeit und die Arbeitsweise des Presbyteriums verbessert.
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Insgesamt blickt das Presbyterium optimistisch in die Zukunft und freut sich auf die gute Zusammenarbeit. Es bedankt sich bei Jochen Gippert für die Begleitung an diesem inspirierenden Wochenende.
Wenn Sie mehr über das Thema "Zukunftswerkstatt" wissen wollen, finden Sie etwas unter: www.zwischensaat.de