Geistliches Wort vom November 2008

Miteinander auf dem Weg

Verfasst Montag, den 3.11.2008

Nun ziert es auch unseren Gemeindebrief: Das neue Logo der Gemeinde Bickendorf, nachdem es schon diese Website schmückt. Es soll weiter verbreitet werden, denn es erzählt etwas über unser Selbstverständnis als Gemeinde.
Es lohnt sich also, näher hin zu schauen und das Logo ein wenig unter die Lupe zu nehmen:

Unterschiedliche Menschen sind da zu sehen, kleinere und größere, dünnere und dickere. Einer scheint ein langes Gewand zu tragen, es könnte ein Talar sein. Die Menschen stehen in Verbindung miteinander und sie sind gleichzeitig in Bewegung. Ihre Bewegung beschreibt eine offene Spirale und diese Spiralform verbindet zwei eigentlich gegensätzliche Momente: Die Menschen bewegen sich in unterschiedlicher Richtung und gleichzeitig ist es eine gemeinsame Richtung. Fast sieht es so aus, als würden sie tanzen und dieser Tanz lädt ein, sich einfach anzuschließen, eine Hand zu ergreifen und mit dabei zu sein. Die Spirale richtet sich nach oben aus, streckt sich dem Himmel entgegen, zwei Hände weisen ja auch in diese Richtung. Die Farbe ist grün, die Farbe des Wachstums, die Farbe der Hoffnung. Dieses Grün ist aber nicht einheitlich, es zeigt sich in ganz unterschiedlichen Schattierungen, jeder scheint in seiner eigenen Farbe.

Und, haben Sie unsere Gemeinde in dem
einen oder anderen Aspekt des Logos wieder erkannt?

Vielleicht in der bunten Vielfalt unseres gemeind-
lichen Lebens oder in dem stetigen Bemühen, die
vier Bezirke unserer Gemeinde zusammen zu
führen? Miteinander auf dem Weg – so ist ja auch
der Titel unserer Gemeindekonzeption. Und wie unsere Konzeption bezeichnet auch das Logo auf
der einen Seite unsere Gemeinde, auf der anderen Seite malt es uns ein Ziel vor Augen, zu dem wir unter-wegs sind. Angesichts einer Zukunft, die manchmal recht unsicher erscheint, wollen wir uns nicht ängstlich im Gewohnten und Vertrauten
einigeln, sondern uns mutig auf den Weg machen.

Mit dem Bild vom wandernden Gottesvolk wird in
der Bibel das Volk Israel und auch die Kirche bezeichnet. Es verbindet das Volk Israel mit der Kirche und weist auf eine Kontinuität hin, wie wir unseren Platz in der Geschichte Gottes mit den Menschen finden können Die Gläubigen in der Bibel, ob im Alten oder im Neuen Testament, waren immer Menschen, die auf dem Weg waren und Glaube hieß immer auch: Unterwegs sein, neue Erfahrungen machen, neue Wege erproben, Wege mit Gott.

Auch wir sind noch unterwegs. Manchmal blitzt etwas von unsrem Ziel auf: Wenn wir miteinander Gottesdienst feiern, in unserem Miteinander, wenn wir uns gegenseitig helfen, ermutigen und trösten, wenn es uns gelingt, etwas von Gottes Liebe zu leben oder in Momenten, in denen sich der Himmel zu öffnen scheint. Da merken wir, dass Gott mit uns unterwegs ist. Da bekommen wir einen neuen Blick für das Ziel. Wir bekommen neue Kraft, im Vertrauen auf Gott weiterzugehen, uns immer neu auf den Weg zu machen. Und wir können darauf vertrauen, dass er jeden Weg mitgeht.

Wie heißt es in unserem Gesangbuch? "Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit". (EG 395)

Pfarrer Torsten Sommerfeld